30. April: Away

Away

LV (2019)



Regie: Gints Zilbalodis
Schauspieler: Bille Caról
75 Minuten
Eine Heldenreise ohne Worte — und ein Filmemacher, der sie ganz allein erzählt.

Ein namenloser Junge erwacht hängend an seinem Fallschirm in einem Baum — irgendwo auf einer rätselhaften Insel, ohne Erinnerung daran, wie er dort gelandet ist. Kaum hat er sich befreit, taucht am Horizont eine riesige schwarze Gestalt auf: ein stummer, bedrohlicher Schatten, der sich langsam aber unaufhaltsam nähert und allem Leben die Energie zu entziehen scheint. Also flieht der Junge — auf einem Motorrad, das wie von Geisterhand für ihn bereitstand, und begleitet von einem kleinen gelben Vogel, den er unterwegs aufnimmt.

Was folgt, ist eine traumartige Reise quer durch die Insel: über spiegelnde Seen, blühende Felder, schroffe Berge und endlose Brücken, immer dem unbekannten Ziel auf einer Karte entgegen. Ganz ohne Dialoge entfaltet der Film eine meditative, atmosphärisch dichte Welt, in der die Bilder und Klänge alles erzählen. Das Außergewöhnliche daran: Der lettische Regisseur Gints Zilbalodis hat diesen Animationsfilm vollständig im Alleingang erschaffen — Animation, Musik, Schnitt und Produktion in dreieinhalb Jahren Arbeit.

Eine hypnotisierende Odyssee — Zilbalodis schafft Szenen von visueller Intensität und reißt den verwunderten Zuschauer in einem Rhythmus mit, der seinesgleichen sucht. (Kathrin Hoffman, epd Film)