22. November: Panzerkreuzer Potemkin (Stummfilm mit Livebegleitung)

Panzerkreuzer Potemkin

Sowjetunion (1925)


ab 12 Stummfilm 1,37:1
Regie: Sergei M. Eisenstein
Schauspieler: Aleksandr Antonov, Vladimir Barskiy, Grigoriy Aleksandrov
75 Minuten
Meuterei auf hoher See

Russland, 1905: Aufstände und Revolution prägen das autokratische Zarenreich. Die Ursache sind soziale, wirtschaftliche, sowie politische Missstände, welche auch auf den Kriegsschiffen im Schwarzen Meer nicht unbemerkt bleiben.

So sind die Matrosen auf dem Panzerkreuzer „Potemkin” über den Generalstreik in Odessa informiert und gezwungen, faules Fleisch zu essen. Als sich die Seemänner allerdings weigern und Unruhe ausbricht, fasst der Kapitän den Entschluss, ein Exempel zu statuieren, indem er einige Matrosen erschießen lässt.

Dass dieser Schritt eine Fehlentscheidung war, erkennt er, als sich die Wachen mit den Seemännern solidarisieren und eine Meuterei gegen die zaristischen Offiziere anzetteln. Nach einem Kampf, der seine Opfer fordert, übernehmen die Matrosen das Kommando und beschließen Odessa anzusteuern, um Kohle sowie Lebensmittel aufzunehmen und um ihren gefallenen Kameraden Gregori Wakulintschuk zu trauern. Doch auch in der Hafenstadt erwartet sie kein Frieden …

Stummfilmkonzert

Inspiriert durch das Geschehen auf der Leinwand, vertont Russinhoff die Filme am Klavier mit Livekomponieren und Improvisieren vor dem Publikum.

Russel Russinhoff ist Komponist und Musikpädagoge. Er arbeitet seit Jahren als Musiktherapeut u.a. mit geistig Behinderten und entwickelt eigene Methoden zur Behandlung von Depressionen, Autismus, Hyperaktivität und Schlafstörungen.

Seit einigen Jahren orientiert er sich am freien abstrakten Komponieren: Das Projekt Stummfilm-Konzert begann vor 4 Jahren mit Nosferatu und wurde mit großem Interesse aufgenommen. Weiter sind mehrere Filme in Vorbereitung – z.B. Metropolis, Faust, Lichter der Großstadt oder Der General.

Eine bis dahin unbekannte Rhythmik und Dynamik des Schnitts macht den Revolutionsfilm zu einem besonders eindringlichen Werk, das die Herrschenden und Beherrschten polemisch kontrastiert und den Zuschauer über den Weg der Emotionen zu politischen Erkenntnissen führen will. Nicht nur filmhistorisch, sondern auch als Lehrstück für filmische Agitation interessant. (Lexikon des internationalen Films)